Text und Melodie: Traditional, wahrscheinlich 15. Jahrhundert; Arrangement: Guido tum Suden

Nu lave, Hertken, lave,
du scholt nicht sore stan!
Ik wil di noch dallink bringen
den Levesten, den ick han.
Heft dar we sin Lef vorlaren,
so han ik jo dat min.
Ik wil gan to dem Garen
und breken ein Krenselin.

Ein Krenselin van Rosen
is gut to brekende,
ein Lef von steden Sinne
is hoch to drepende.
Ein Krenselin van Dornen
is scharp to dregende,
Rosen manket den Lilien
sin gut to brekende.

To mines Leves Föten
dar stan twe Bömelin,
de eine de dricht Muschaten,
de ander Negelkin.
Muschaten de sint söte,
de Negelkin de sin gud,
wan ik der mach smecken,
so drage ik einen frisken Mot.

To mines Leves Höveden
dar steit ein Lilienblatt,
dat löpt van Fröuden umme
so alse ein Mölenrad.
To mines Leves Siden,
dar stat ein gülden Schrin,
dar inne is beslaten
dat milde Hertken sin.

Nun vertraue, Herzchen, vertraute,
du sollst nicht trocken stehen!
Noch heute will ich dir bringen
den Liebsten, den ich habe.
Hat da jemand sein Leben verloren,
so habe ich ja meins.
Ich werde zum Garten gehen
und einen Kranz brechen.

Ein Kranz von Rosen
ist gut zu brechen,
ein ruhiges Leben
ist schwer zu finden.
Ein Kranz von Dornen
ist mühevoll zu tragen,
Rosen, mitten unter Lilien
lassen sich gut brechen brechen.

Zu meines Liebsten Füßen,
da stehen zwei Bäumchen,
der eine trägt Muskatnuss,
der andere Gewürznelken.
Muskatnuss, die ist süß,
die Gewürznelken, die sind gut,
wann immer ich die schmecke,
trage ich ein frisches Gemüt.

Zu meines Liebsten Haupt
da steht ein Lilienblatt,
das läuft vor Freude darum,
so wie ein Mühlenrad.
Zu meines Liebsten Seite,
da steht ein güldener Schrein,
darin ist verschlossen,
das milde Herzchen sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.