Weser Kurier – Aus dem Syker Kurier

Posted by on Jun 19, 2017

Konzert in der Nolteschen Scheune

Schöne Meldodien, temperamentvolle Dynamik

Von Dorit Schlemermeyer – 18.06.2017

Die Band Tum Suden arrangiert alte Lieder in alter Sprache neu – das kommt beim Publikum gut an.

Süstedt. „Wir wollten Musik aus dem 15. und 16. Jahrhundert aus dieser Gegend machen in der damaligen mittelniederdeutschen Sprache“, erzählten die Bandmitglieder von Tum Suden in der Pause. Alte Lieder in alter Sprache, neu arrangiert, konnten die Gäste am Sonnabendabend in der Nolteschen Scheune erleben, wie das Lied vom Bauern, der ein Schäferstündchen mit einem Burgfräulein verbringt und dabei fast Pferd und Wagen verliert. Oder vom Fährmann, der die „schwattbrune Deern“ ertrinken lassen will, weil sie nicht bezahlen kann.

Auch für Kenner des Plattdeutschen nicht immer leicht zu verstehen ist das Mittelniederdeutsch, aber bei diesem Lied gab es auch hochdeutsche Passagen. Es sei vorwiegend Musik aus der Hansezeit, die sie spielen, aber auch einige Stücke aus dem 18. Jahrhundert, so Drehleiermann Guido tum Suden. Nach der Pause ging es weiter mit dem Pfannkuchentanz, vorerst ohne Sängerin Gina Hopfenziz. „Wir dachten, diesem Lied tut ein wenig Migrationseinfluss ganz gut“, meinte Bassist Thomas Fietzke-Nowak. So kam Thomas Schacht an den Percussions zu einer Hauptrolle bei diesem Stück. „Im Gedächtnis des Volkes ist Störtebeker immer geblieben“, kündigte Sängerin Hopfenziz ein Stück über den bekannten Piraten an, das einmal mehr durch Thomas Schacht an den Percussions und Gabriel Lonquich am Schlagzeug seinen Drive bekam, aber durch die Gesangsstimme an mittelalterlichen Minnegesang denken ließ.

Bis heute gebe es in Verden die Tradition, Heringe und Brot an die armen Leute zu verteilen, das habe Störtebeker vor seiner Hinrichtung mit den Stadtfürsten ausgehandelt, so die Sängerin. Beim nächsten Stück markierte die Drehleier von Suden den Auftakt zu einer traurigen Ballade, die von der Trauer einer Mutter erzählte, die ihre Söhne in die Welt schickte, um den Vater zu suchen. Das nächste Stück habe einen erotischen Inhalt, deutete der Bassist an und tatsächlich handelte es sich um ein Lied mit zweideutigem Inhalt, das von einem Schäferstündchen eines Schmiedes berichtete.

Auch dafür gab es vom Publikum viel Applaus, denn die Lieder aus der Hansezeit kamen gut an beim Publikum – dank der schönen Melodien und der temperamentvollen Dynamik. „De dicke Deern trech de dünne Deern dör den dicken Dreck“, reimte Sängerin Hopfenziz und musste das letzte Stück ankündigen, ein Lied über eine geraubte Braut. Dann gab´s doch noch eine Zugabe in Form eines Trinkliedes: „Abends ist es ja noch gut, aber der Morgen danach ist dann doch nicht so erfreulich“, wurde das Lied von Sängerin Hopfenziz angekündigt und erwies sich als äußerst temperamentvoll, fast schon rockig. Das letzte Lied war ein Abschiedslied, das die überschaubare Gästezahl nach Hause schickte. „Wir müssen darüber nachdenken, ob wir Konzerte in diesem Zeitraum weiter stattfinden lassen wollen, es ist einfach zu viel los“, machten sich die Organisatoren Gedanken.

Der Link zum Original:
http://www.weser-kurier.de/region/syker-kurier_artikel,-schoene-meldodien-temperamentvolle-dynamik-_arid,1614744.html

Tum Suden am 3. März 2017 im Bürgerhaus Weserterrassen in Bremen

Posted by on Feb 12, 2017

Vielleicht habt ihr ja Lust auf Weltmusik mit niederdeutschen Texten. Falls das so ist, hätten wir da einen heißen Tipp für euch: Am Freitag den 3.3.2017 spielt nämlich „Tum Suden“ im Bürgerhaus Weserterrassen. Und da gibt es einiges zu hören. Zum Beispiel die einzig wahre Geschichte von Klaus Störtebecker, die Abenteuer von Henneke Knecht, der sich trotz seiner Neigung zur Seekrankheit nichts sehnlicher wünscht, als an Bord zu gehen… Oder die traurige Geschichte der fünf Söhne und ihrer Mutter. Richtig gruselig wird es dann bei Brunenberg und reichlich rätselhaft bei der Geschichte um’s Pferd, das vielleicht gar kein Pferd ist und den Schmied, der sehr wohl ein Schmied ist??? Das alles größtenteils mit Texten und Melodien aus der Hansezeit in aktuellen Arrangements (Gesang, Drehleier, Drums, Percussion, Bass, Gitarre).

Neue Tum Suden Videos sind online!

Posted by on Jul 15, 2015

Für alle, die live nicht dabei sein konnten oder alle, die einfach noch einmal reinschauen möchten, haben wir drei Stücke vom Auftritt in Beers auf Youtube gestellt.

hier geht’s zum Youtubechannel von Tum Suden:

https://www.youtube.com/channel/UCff2MJhHSxva3x30TqhlcJA

hier geht’s direkt zu „Henneke Knecht“, dem armen, der dann wohl doch nicht so recht für die Seefahrt geschaffen war…

hier geht’s direkt zu „Brunenberg“, einer wahrhaft schaurigen Geschichte, zum Glück op niederdütsch, sonst wär’s zuuu grausig…

und dann noch „Bauer & Herrin“ mit dem Bauern, der es echt drauf hat…

Fantastisches Konzert in Bad Bederkesa

Posted by on Mrz 15, 2015

Unser Konzert gestern in der Schule an der Mühle hat wirklich viel Spaß gemacht.
Wir freuen uns über einen Kommentar, besonders, wenn ihr dabei gewesen seid.

Fotos gibt es auf unserer Fotoseite, oder gleich hier.
Ein paar Extra Fotos findet ihr auf der Schulewebsite der Schule an der Mühle.

Artikel der Walsroder Zeitung

Posted by on Mrz 11, 2015

Walsroder Zeitung vom 10. März 2015:

Artikel der Walsroder Zeitung vom 10.03.2015

Artikel der Walsroder Zeitung vom 10.03.2015

Interview Tum Suden

Posted by on Mrz 4, 2015

Hier ein kleines Interview aus dem „findling„, dem Veranstaltungsmagazin der Heideregion:

Guido tum Suden spielt mit seiner Gruppe im Rethemer Burghof Weltmusik mit niederdeutschen Texten

„Ich wollte nicht irgendwas machen, sondern etwas traditionelles“

Weltmusik mit niederdeutschen Texten präsentiert „Tum Suden“. Die Gruppe greift auf Melodien und Texte aus dem 14. bis 17. Jahrhundert zurück, die mit skandinavischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Einflüssen arrangiert werden. Guido tum Suden, der aus Bad Bederkesa stammt, gründete das Ensemble, das 2006 seinen ersten Auftritt hatte. Mittlerweile verfügt die Gruppe über ein Repertoire von knapp über 20 Liedern, die bei den Konzerten mit ein wenig Geschichte zu den Stücken präsentiert werden. Am Sonnabend, 7. März, ab 20 Uhr ist „Tum Suden“ im Rethemer Burghof zu Gast.

Verbindliche Kartenreservierungen unter Telefon (05165) 2900000 oder per E-Mail burghof.rethem@t-online.de.

Wie ist die Idee entstanden, sich mit niederdeutscher Musik aus dem 14. bis 17. Jahrhundert zu beschäftigen?
Ich habe jahrelang in einer Coverband gespielt. Dies wurde mir irgendwann zu viel und ich habe was Neues gesucht. Dann habe ich im Radio bei Bremen 2 eine Drehleier gehört und dies gefiel mir. Ich wollte aber nicht irgendwas machen, sondern etwas traditionelles. Da in meiner Gegend eine Folkszene nicht vorhanden ist, der Shanty ganz woanders herkommt, habe ich gegraben. Und nachdem plattdeutsche Lieder aus dem 19. Jahrhundert nicht mein Fall sind, bin ich auf ein plattdeutsches Liederbuch mit Liedern vom 14. bis 20. Jahrhundert gestoßen. Dort wird neben den Melodien und Texten auch beschrieben, wo die Lieder herkommen.

Was macht den besonderen Reiz Ihrer Musik aus?
Ich arrangierte die Lieder, von denen nur die Melodien und Texte vorliegen, zumeist mit skandinavischen Einflüssen, da ich diese Musik gerne höre. Doch durch unsere Percussionisten, die gerne afrikanische und brasilianische Musik spielen, kommen auch diese Einflüsse dazu.

Um Authentizität geht es also nicht?
Nein, denn es ist nicht mehr nachvollziehbar. Es gibt heute viele Mittelalterbands, doch die wissen auch nicht, wie es genau war. Gregorianische Choräle sind noch nachvollziehbar. Doch das war auch nicht das Ziel. Es sollte nicht Musik aus dieser Zeit werden, sondern mit eigenen Arrangements.

Ist es nicht unglaublich kompliziert und mühevoll, an Text- und Melodievorlagen aus der Hansezeit zu kommen?
Es ist schwierig, doch mittlerweile habe ich ein zweites Buch gefunden. Dies ist aber auch ziemlich ausgeschöpft, da nicht alles zu uns passt oder mit einer Drehleier gespielt werden kann. Der nächste, mühevolle Schritt wird sein, dass ich in plattdeutschen Archiven nach weiteren Liedern suche.

Wie begann „Tum Suden“?
Wir waren mal zehn Leute, darunter drei Sängerinnen, denn ich wollte mehrstimmigen Gesang haben. Zudem hatten wir noch eine Geige und eine zweite Gitarre dabei. Über eine längere Zeit wurde es dann aber schwierig, gemeinsame Probe- und Auftrittstermine abzustimmen und so haben wir uns dann verkleinert. Von meiner Ursprungsidee, etwas rein akustisches zu machen, musste ich auch Abstand nehmen, da die charakteristischen Unterschiede der Instrumente zu groß sind.

Nun gehört bereits das neuere Plattdeutsch zu einer Sprache, die immer weniger verstanden und gesprochen wird. Sie beschäftigen sich mit einer noch älteren Sprache, dem Niederdeutsch. Werden die Lieder bei Ihren Konzerten überhaupt verstanden oder müssen Sie die Texte erläutern?
Nein, doch wir erläutern nicht mehr alle, sonst würden wir zu viel sprechen. Es kommt auch bei uns vor, dass man eine Strophe öfter lesen muss, um sie zu verstehen. Unsere Sängerin kann das Niederdeutsch sehr gut sprechen und ich ändere bei den Texten hin und wieder auch Kleinigkeiten, so dass Wörter wie heutzutage ausgesprochen werden

Durch die Wahl der niederdeutschen Sprache hat „Tum Suden“ überhaupt die Möglichkeit, sich über die Grenzen Norddeutschlands einen Namen zu machen?
Da die Texte eh nicht verstanden werden, ist der Ort egal. Unser südlichster Auftritt war bislang in Hannover, sonst vorwiegend in der Verdener Gegend. Da wir in einem Alter sind, wo wir nicht mehr berühmt werden müssen, reicht uns das. Wir machen das nebenberuflich und spielen zwei bis vier Auftritte im Jahr.

Konzert in Rethem

Posted by on Jan 26, 2015

Am Samstag 7. März, 20 Uhr,  sind wir wieder öffentlich zu hören! Diesmal weiter südlich in Rethem, im Burghof. Wir freuen uns auf euch!

Infos unter www.burghof-rethem.de

 

Auftritt fällt aus !!!

Posted by on Nov 21, 2014

Unser Konzert in der Schule an der Mühle muss wegen eines Trauerfalls in der Familie leider ausfallen.

Ausweichtermin ist:

Sonnabend, 14.03.2015 um 19:30 Uhr
wiederum in der
Schule an der Mühle

Auftritt Schule an der Mühle

Posted by on Okt 27, 2014

am 29.11.2014 geht es in die Schule an der Mühle in Bad Bederkesa.

Wir beginnen um 19:30 Uhr im Forum. Der Eintritt wird 9 €, ermäßigt 6 € betragen. Für Schüler ist der Eintritt frei.

Warum spielen wir in der Oberschule Bederkesa? Ganz einfach, ich bin dort der Musiklehrer. D.h. ich kenne die Bühne, die Anlage, das Licht und habe Helfer. Die Schülerfirma kümmert sich um das Catering, nicht nur der Band, sondern auch der Gäste und das Ambiente ist, für eine Schule, doch recht nett.

Wir sehen uns also hoffentlich am 29. in der Schule …

Programm wieder komplett

Posted by on Feb 2, 2014

Alle 14 Tage an diesem Blog schreiben, das hatte ich mit vorgenommen. Wie man am Datum sieht, hat das nicht so ganz geklappt, ich gelobe Besserung.

In der letzten Woche hatte ich ein paar freie Tage und konnte mich endlich an „Henneke Knecht“ und „De Slömer“ machen. Das waren die letzten beiden Stücke, die ich noch nicht für unsere neue Besetzung mit 6 Musikern, umgeschrieben hatte. Die Geige und die zweite Gitarre hatte ich früher immer dazu benutzt, um Abwechslung in die Stücke zu bekommen. Heute ist man Lieder mit Refrains gewöhnt, dazu noch eine Bridge und schon hat man Abwechslung genug. Die Lieder und Texte aus der Hansezeit bestehen nur aus Strophen und gerne auch mal aus mehr als zehn Stück. Mit nur noch einer Gitarre als Akkordinstrument und der Drehleier als einziges Melodieinstrument, ist es gleich viel schwerer ein reines Strophenstück abwechslungsreich zu gestalten. „Henneke Knecht“ und „De Slömer“ sind auch genau aus diesem Grunde übrig geblieben.

„Henneke Knecht“ hat 15 Strophen. Die Geschichte, die erzählt wird, lässt es kaum zu, einfach Strophen wegfallen zu lassen. Fehlen dann auch noch Instrumente, wird der tragende Ostinatorhythmus umso wichtiger. Deshalb musste ich leider die Darabuka aus dem Stück nehmen; ich brauchte beide Schlagzeuger, um den Rhythmus zu halten. Thomas soll deshalb jetzt einen Rhythmus auf seinen afrikanischen Trommeln spielen, in den der Ostinatorhytmhus integriert ist, der aber gleichzeitig Teile des Darabukarhythmus‘ enthält. Die Bambusröhren stechen schön in den kurzen Interludes zwischen den Stophen hervor.

Beim „Slömer“ war klar, dass einige Strophen wegfallen mussten. Hier, wo die Texte zu finden sind, stehen alle Strophen, die hellgrauen kommen bei uns nicht mehr vor. Ein Besonderheit in dem Stück war eine Stelle in der drei Strophen gleichzeitig fugenartig gesungen wurden. Da mir diese Stelle sehr wichtig ist, habe ich die beiden fehlenden Gesangsstimmen durch Gitarre und Bass ersetzt. Die bleibende Strophe hat jetzt einen leicht renaissancemäßigen oder frühbarocken Charakter bekommen. Es gab außerdem noch zwei Stellen an denen zwei Strophen gleichzeitig gesungen wurde, insgesamt fehlen also vier Strophen. Dafür habe ich jedoch das Stück um eine Strophe verlängert. Auf der anderen Seite habe ich in einer anderen Quelle noch eine mir unbekannte Schlussstrophe gefunden. Damals war es üblich, das die letzte Strophe eine Moral, eine Zusammenfassung oder Anspielungen auf den Protagonisten enthielt. Da bei uns die letzte Strophe nur aus Gitarre und Gesang besteht, sollte diese neue gefundene Strophe unbedingt mit in Stück.

Wie das alles klingt, werden wir nächsten Sonntag bei der Probe hören.